
Der kleine Remy trĂ€umt davon, ein berĂŒhmter Chefkoch zu werden. Dabei hat er nicht nur mit den Vorurteilen seiner Familie zu kĂ€mpfen, sondern auch mit dem offenkundigen Problem, dass es sich bei dem angepeilten Berufszweig um ein eher nagetierfeindliches Gewerbe handelt: Remy ist eine Ratte! Als das Schicksal Remy nach Paris verschlĂ€gt und er ausgerechnet im Restaurant von Star-Koch Auguste Gusteau â seinem groĂen Idol! â landet, erfĂ€hrt am eigenen Fell, welche Gefahren Haute Cuisine fĂŒr einen kleinen Nager mit sich bringt. Doch als der KĂŒchenjunge Linguini zufĂ€llig Remys spektakulĂ€re KochkĂŒnste entdeckt, wendet sich das Blatt: Die beiden tun sich zusammen und bringen so eine Reihe spannender und urkomischer Ereignisse ins Rollen, die schon bald die kulinarische Welt von Paris in helle Aufruhr versetzen.
Handlung
Die Familie
Die Ratte Remy (Patton Oswalt) lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Emile (Peter Sohn) und einer groĂen Familie auf dem Land. Oberhaupt des groĂen Familienverbandes ist Django (Brian Dennehy), Vater der beiden ungleichen BrĂŒder. Ihr Zuhause ist der Dachboden des Hauses einer alleinstehenden alten Dame, von wo aus der Clan AusflĂŒge in die Umgebung startet. Nahrungsbeschaffung ist dabei das Ziel. Dazu nutzen sie ihren gut ausgeprĂ€gten Geruchs- und Tastsinn, wie er bei Ratten ĂŒblich ist.
Auf dem Weg zum Koch
Besonders MĂŒll und KompostabfĂ€lle stehen auf ihrem Speiseplan, was ganz und gar nicht nach Remys Geschmack ist. Denn anders als seine Artgenossen legt er nicht nur groĂen Wert auf die QualitĂ€t dessen, was er fressen soll, sondern ist zudem in der Lage, einzelne Zutaten zu erschnuppern und zu erschmecken und aus ihnen wahre Geschmackssymphonien zu kreieren. Als Remy in den gesammelten EssensvorrĂ€ten Rattengift erschnuppert, wird er zum offiziellen âVorschnuppererâ, der die gesamten Nahrungsmittel seiner Familie ĂŒberprĂŒfen muss. Remys Ansehen innerhalb der Familie steigt, aber die kleine Ratte findet ihr neues Dasein schrecklich langweilig. Lieber schaut er im Wohnzimmer der alten Dame heimlich die Kochsendung des kĂŒrzlich verstorbenen 5-Sterne-Kochs Auguste Gusteau (Brad Garrett). Remy beginnt, mit den Zutaten und GewĂŒrzen, die er in der KĂŒche der alten Dame findet, zu experimentieren. Als er Emile eines Tages zu einem dieser Kochexperimente mitnimmt, kommt es zum Eklat: Die BrĂŒder werden entdeckt und von der alten Dame mit einer Schrotflinte gejagt. Weil die Frau wie wild im Haus umherschieĂt, stĂŒrzt schlieĂlich die Zimmerdecke ein und die gesamte Rattenkolonie findet sich im Wohnbereich der alten Dame wieder, die nun unerbittlich Jagd auf die kleinen Nager macht. Die Familie muss in die Kanalisation flĂŒchten, wobei Remy von seiner Familie getrennt wird. Ganz allein treibt er in wildem Tempo durch die Kanalisation und landet schlieĂlich in den Katakomben von Paris. Hungrig, einsam und verlassen sitzt Remy in der Dunkelheit der Kanalisation, als ihm der Geist Auguste Gusteaus erscheint, der ihn ermutigt, auf eigene Faust an der OberflĂ€che sein GlĂŒck zu suchen. Remy befolgt den Rat seines Idols und findet sich plötzlich vor dessen ehemaligem Restaurant âGusteauâsâ wieder.
Der erste Restaurantbesuch
Das legendĂ€re Etablissement, das durch den genialen Koch Gusteau zum 5-Sterne-Haus avancierte, ist mittlerweile zu einem 3-Sterne-Restaurant degradiert worden: Ein Stern wurde ihm nach einer vernichtenden Kritik des ĂŒbellaunigen Kritikergurus Anton Ego (Peter OâToole) aberkannt, ein weiterer durch den Tod des Chefs. Um einen genaueren Blick erhaschen zu können, klettert Remy aufs Dach und sieht durch ein Fenster in die KĂŒche des Restaurants hinunter. Hier erblickt Remy zum ersten Mal den KĂŒchenjungen Alfredo Linguini (Lou Romano), der an diesem Tag seinen ersten Arbeitstag hat und dabei von einem FettnĂ€pfchen ins nĂ€chste stolpert: Beim Wischen des KĂŒchenbodens kippt er versehentlich einen Suppentopf um und versucht anschlieĂend verzweifelt, die Suppe mit wahllos ausgesuchten Zutaten zu strecken. Das Ergebnis ist eine Katastrophe. Unterdessen landet Remy durch einen Sturz ungewollt mitten in der belebten KĂŒche, kann sich jedoch zunĂ€chst verstecken. SchlieĂlich entdeckt er einen Fluchtweg durchs Fenster, der jedoch genau an Linguinis missratener Suppe vorbeifĂŒhrt. Nach einer Geruchsprobe kann der Koch in ihm nicht anders: Er muss die Suppe retten. Als die kleine Ratte heimlich Zutat um Zutat in den Topf gibt, wird sie prompt vom KĂŒchenpersonal erwischt und gefangen. Bevor Linguini es verhindern kann, landet die vermeintlich eklige Suppe versehentlich auf dem Teller einer anwesenden Restaurantkritikerin, die prompt von der Kreation begeistert ist. Der unfreundliche KĂŒchenchef Skinner (Ian Holm) steht den KochkĂŒnsten seines neuen KĂŒchenjungen jedoch skeptisch gegenĂŒber und befiehlt ihm, das Gericht vor seinen Augen zu reproduzieren. ZunĂ€chst soll der arme KĂŒchenjunge jedoch die Ratte schnellstens loswerden und ohne Aufhebens aus der KĂŒche entfernen.
Eine Freundschaft beginnt
Am Ufer der Seine will Linguini Remy in den Fluss werfen, bringt es aber nicht ĂŒbers Herz, den niedlichen Nager umzubringen. Stattdessen schĂŒttet er der Ratte sein Herz aus und ist perplex, als er feststellt, dass Remy ihn tatsĂ€chlich verstehen kann.Linguini möchte seinen Job im Restaurant unbedingt behalten, weiĂ aber nicht, wie er die Suppe ein zweites Mal zubereiten soll. Da Remy aber offensichtlich ein begnadeter Koch ist, beschlieĂen die Beiden, fortan als Team am Herd aufzutreten. Remy zieht bei Linguini ein, und gemeinsam entwickeln sie ein tolles Kommunikationssystem. Mit Remy, versteckt unter seiner KochmĂŒtze, hat Linguini nun eine Chance, in der KĂŒche bestehen und seine harte Ausbilderin Colette (Janeane Garofalo) beeindrucken zukönnen, in die er heimlich unsterblich verliebt ist. Und Remy kommt endlich seinem Traum nĂ€her, ein groĂer Chefkoch zu werden.
Die Wahrheit kommt ans Licht
Durch Zufall erfĂ€hrt Remy eines Tages, dass Linguini in Wahrheit der Sohn des groĂen Gusteau und rechtmĂ€Ăiger Erbe des Restaurants ist, was der heimtĂŒckische KĂŒchenchef Skinner jedoch um jeden Preis geheimzuhalten versucht. Doch die Wahrheit kommt dank Remys Hilfe ans Licht, und Skinner wird entlassen. Nun interessiert sich neben der Presse auch der ĂŒberhebliche Kritiker Ego wieder fĂŒr das ehemals glanzvolle Restaurant und kĂŒndigt seinen Besuch an.
Der Streit
Linguini, dem der Rummel um seine Person etwas zu Kopf gestiegen ist, streitet sich mit Remy ĂŒber dessen Anteil am neuerlichen Erfolg des Restaurants. Das ungerechte Verhalten des Freundes trifft die kleine Ratte sehr. Aus Rache lĂ€dt Remy seine komplette Familie, die er zuvor wiedergefunden hatte, nachts in die Speisekammer des Restaurants zum heimlichen Schlemmen ein. Linguini, inzwischen wieder zur RĂ€son gekommen, kann Remy im gemeinsamen Zuhause nicht finden. BekĂŒmmert fĂ€hrt er ins Restaurant, um den Freund dort zu suchen. Als er sich bei Remy entschuldigen möchte, trifft ihn fast der Schlag angesichts der vielen Ratten. WĂŒtend ĂŒber den Vertrauensbruch seines Freundes jagt er die Nager aus dem Haus.
Ende gut alles gut?!
Doch auch Remy kommt zur Besinnung und lĂ€sst den Freund nicht im Stich: Er verabschiedet seine Familie und kehrt ins âGusteauâsâ zurĂŒck, um seinem Linguini, der dem Kritiker Ego ein formidables Essen kredenzen soll und mit dieser Aufgabe heillos ĂŒberfordert ist, zur Seite zu stehen. GerĂŒhrt beschlieĂt Linguini, der KĂŒchencrew und seiner Freundin Colette die Wahrheit zu sagen, nĂ€mlich dass er selbst gar nicht kochen kann, sondern eine kleine Ratte fĂŒr seinen Erfolg an den Kochtöpfen verantwortlich ist. Seine Angestellten glauben ihm kein Wort und befĂŒrchten, dass ihr neuer Chef verrĂŒckt geworden ist. Sie wenden sich von ihm ab und lassen ihn allein in der KĂŒche. Linguini droht angesichts seiner Lage zu verzweifeln. Alleingelassen will er schon aufgeben, als plötzlich unerwartet Hilfe von Remys Familie kommt, die den gesamten KĂŒchenbetrieb ĂŒbernehmen. So wird dem Kritiker ein leckeres Mahl gezaubert. SelbstverstĂ€ndlich möchte er den wahren Koch kennenlernen und ist, anders als erwartet, nicht entsetzt. Er schreibt eine positive Kritik ĂŒber das Restaurant, hĂ€ngt seinen Job dann aber an den Nagel. Linguini, Colette und Remy kehren dem GusteauÂŽs den RĂŒcken und eröffnen ein kleines, gut laufendes Cafe-Bistro, in dem auch die Ratten ihre eigene kleine Ecke zur VerfĂŒgung haben.
Auszeichnungen2008 erhielt der Film einen Oscar als Bester animierter Spielfilm.
WeiterfĂŒhrende InformationenWeitere Pixar-FilmeWeitere in Paris spielende Filme in omdb
Weitere Informationen im InternetOffizielle Website zum Film (eng.)Kritik von Julia Stache unter stadtkind.deDas Rezept zum FilmLinksammlung zum Film auf filmz.deDeutscher Pressespiegel zum Film auf film-zeit.deRatatouille â Trailer auf trickfilm-zeit.deRatatouille auf trickfilm-zeit.de
Quellen
Presseheft des Verleihs